Öffentlicher Dienst - Finanzierung leicht gemacht?

Grundsätzlich haben es die meisten Bundesbürger mit einer guten Bonität sehr einfach, von Banken ein Darlehen zu erhalten. Die ausreichende Kreditwürdigkeit ist dabei allerdings eine zwingende Voraussetzung. Hinzu kommt, dass die meisten Banken einige Kundengruppen etwas kritischer als andere ansehen, was die Einschätzung der Bonität betrifft. So haben insbesondere Freiberufler, Selbstständige, aber auch Auszubildende und Studenten häufiger Probleme, die passende Finanzierung zu erhalten.

Demgegenüber gibt es auch andere Kundengruppen, die in der überwiegenden Mehrheit von der Bank relativ einfach und unkompliziert eine Finanzierung im gewünschten Umfang erhalten. Dazu zählen in erster Linie Beamte, die als faktisch unkündbar gelten, aber unter anderem ebenfalls Mitarbeiter im öffentlichen Dienst. Warum dies so ist und welche Dinge Sie als im öffentlichen Dienst tätiger Arbeitnehmer beachten sollten, das erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Banken trennen Kundengruppen oft nach der Berufstätigkeit

Das regelmäßige Einkommen und das Beschäftigungsverhältnis sind zwei der Hauptkriterien, die Banken neben der Schufa-Auskunft zu Beurteilung der Bonität ihrer Kunden einsetzen. Anders ausgedrückt: Nur wer eine „saubere“ Schufa hat und über ein regelmäßiges Einkommen in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis verfügt, der hat beste Aussichten, den gewünschten Kredit zu erhalten. Viele Banken haben auf dieser Basis ihre Kunden in mehrere Gruppen eingeteilt, die vorwiegend nach der Art der beruflichen Tätigkeit strukturiert sind. Daraus ergibt sich, dass eine Reihe von Kreditinstituten ihre Kunden im Privatkundenbereich in die folgenden Berufsgruppen eingeteilt hat:

  • Schüler (volljährig)
  • Auszubildende
  • Studenten
  • Abhängig Beschäftigte (Angestellte, Arbeiter und Beamte)
  • Selbstständige und Freiberufler
  • Rentner
  • Arbeitslose
  • Geringverdiener

An dieser kurzen Auflistung zeigt sich, wie viele unterschiedlich Kunden es nur aufgrund der abweichenden beruflichen Situation gibt. In aller Regel erhalten lediglich Beamte und abhängig Beschäftigte sowie - je nach Darlehensbetrag und Alter - Rentner relativ kommt unkompliziert ein Darlehen. Bei nahezu allen anderen Gruppen wird die Bank deutlich kritischer prüfen und häufiger den Darlehensantrag ablehnen. Neben den Beamten zählen Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ebenfalls zu den wenigen Berufsgruppen, die bei den meisten Banken sehr gerne gesehen sind.

Video: Welche Privilegien haben Beamte?

Was fällt eigentlich in den Bereich öffentlicher Dienst?

Der Begriff öffentlicher Dienst ist den meisten Menschen bekannt, aber oftmals wissen Verbraucher nicht, welche Berufe oder Tätigkeiten eigentlich in dieses Segment fallen. Dieses Wissen ist allerdings nicht unwichtig, denn spezielle Darlehensvarianten werden zum einen nur an Beamte und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vergeben. Zum anderen gehen Kreditinstitute häufig bei solchen Beschäftigten von einer besseren Bonität aus, sodass die Kreditwürdigkeitsprüfung schneller und einfacher vonstatten geht.

Zu den typischen Berufsgruppen und Tätigkeiten, die unter dem Begriff öffentlicher Dienst fallen, zählen insbesondere:

  • Lehrer und Lehrerinnen
  • Angestellte in der Stadt- oder Kreisverwaltung
  • AltenpflegerInnen
  • Richter
  • Krankenschwestern
  • Kindergärtnerinnen
  • Schulhausmeister
  • Ärzte
  • Verwaltungsfachangestellte

Warum sind Mitarbeiter im öffentlichen Dienst als Kreditnehmer beliebt?

Der Grund dafür, dass Banken gerne Kredite an Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vergeben, besteht darin, dass diese über ein relativ sicheres Einkommen verfügen. Zwar sind die im öffentlichen Dienst Beschäftigen offiziell nicht unkündbar, wie es bei Beamten der Fall ist. Allerdings zeigt sich in der Praxis schon Jahrzehnte, dass die berufliche Sicherheit fast identisch mit der verbeamteter Mitarbeiter ist.

Banken können also davon ausgehen, dass Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ihren Job nicht verlieren, es sei denn, dass sie die berühmten goldenen Löffel stehlen. Aus den Grund wiederum ist eine sehr gute Bonität gegeben, weil im Prinzip kein Wegfall des Einkommens befürchtet werden muss. Daher setzen Banken bei der Beurteilung der Bonität bei den im öffentlichen Dienst beschäftigten Antragstellern oft nicht so strenge Maßstäbe an, als es zum Beispiel bei Selbstständigen, Freiberuflern oder „einfachen“ Angestellten der Fall ist.

Beamtenkredite: auch für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst

Manche Kreditinstitute stellen insbesondere Beamten eine spezielle Darlehensvariante zur Verfügung, nämlich sogenannte Beamtenkredite. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie oft günstigere Konditionen als gewöhnliche Ratenkredite haben und ferner überdurchschnittliche Darlehenssummen ebenfalls ohne Sicherheiten möglich sind. Die überwiegende Mehrheit aller Banken, die solche Beamtendarlehen oder Beamtenkredite vergeben, sehen den Begriff des Beamten allerdings nicht ganz so eng.

Das bedeutet, dass zwar grundsätzlich nur Beamte diese speziellen Kredite erhalten, aber in der Regel dies ebenfalls für Beschäftigte im öffentlichen Dienst gilt. Beamtenkredite, die auch Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nutzen können, haben vor allem den Vorteil günstiger Konditionen und höherer Darlehenssummen. Darüber hinaus ist die Rückzahlung oft sehr flexibel und es sind manchmal sogar Sonderkonditionen und Sonderleistungen möglich. Dies ist ebenfalls wiederum darauf zurückzuführen, dass Beamte und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gerne gesehene Kundengruppen bei Banken sind.

Öffentlicher Dienst und negative Schufa: trotzdem einen Kredit erhalten?

Wie eingangs bereits erwähnt, machen die Kreditinstitute die Bonität ihrer Kunden vornehmlich an zwei Dingen fest, nämlich zum einen an der Schufa und zum anderen an der Beschäftigung bzw. dem Einkommen. Da Sie gelernt haben, dass das Beschäftigungsverhältnis bei Mitarbeitern im öffentlichen Dienst meistens von den Banken als optimal angesehen wird, stellt sich die Frage, ob der Kredit auch genehmigt wird, wenn sich ein negatives Merkmal in der Schufa befindet. Tatsächlich handhaben es die meisten Banken in diesem Fall so, dass der Darlehensantrag abgelehnt wird. Manchmal macht sich das Kreditinstitut die Mühe zu schauen, welche Ursache das negativen Merkmal hat. Viele Banken betreiben diesen Aufwand allerdings nicht. In dieser Situation wird der Darlehensantrag demzufolge häufig abgelehnt.

Trotzdem existieren nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland einige, wenige Banken, die auch bei einem negativen Schufa-Merkmal Geld an den entsprechenden Kunden verleihen. Dies ist sicherlich wahrscheinlicher, wenn der Antragsteller zumindest ein sicheres Einkommen vorweisen kann, wie es bei Mitarbeitern im öffentlichen Dienst der Fall ist. Ist der Kreditnehmer dann noch in der Lage, Sicherheiten zu stellen, kann es durchaus passieren, dass die Bank trotz des negativen Schufa-Eintrages Geld verleiht.

Sonderkonditionen häufiger auch bei Versicherungen

Wie Sie in unserem Beitrag erfahren haben, erhalten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes bei Finanzierungen nicht selten besonders gute Konditionen, weil eben die Beschäftigung als sehr risikoarm betrachtet wird. Ähnlich verhält es sich übrigens ebenfalls bei nicht wenigen Versicherungsgesellschaften, die für im öffentlichen Dienst Beschäftigte eine Art Rabatt bzw. Sonderkonditionen anbieten. Diese Tatsache kann durchaus im Zusammenhang mit Finanzierungen interessant sein, nämlich dann, wenn zusätzlich zum Kredit eine passende Versicherung angeboten wird. Dabei kann es sich in erster Linie um die folgenden Versicherungsarten handeln:

  • Restkreditversicherung
  • Risikolebensversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Krankentagegeldversicherung

All diese Versicherungen zielen im Grunde darauf ab, entweder den Ausfall des Kredites abzusichern oder Einkommensverluste, die zum Beispiel aus einer Berufsunfähigkeit resultieren. Daher bieten manche Banken im Zuge einer Finanzierung auch solche Versicherungen an. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes können dann vielleicht von einer Sonderkondition bei der entsprechenden Versicherungsgesellschaft profitieren.

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