Keine Gleichberechtigung bei Darlehen – Frauen zahlen mehr als Männer

Gleichberechtigung und Gendern ist nach wie vor ein großes Thema in Deutschland, dass sich zum Teil auch im Finanzbereich zeigt. Manche Untersuchungen und Studien sind diesbezüglich durchaus erstaunlich, wie zum Beispiel eine Auswertung des Finanzvergleich-Portals Verivox. Dies kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen tendenziell etwas mehr für Kredite als Männer zahlen müssen.

Angebotener Zinssatz bei Frauen höher als bei Männern

In der Untersuchung von Verivox wurde verglichen, welchen durchschnittlichen Zinssatz Frauen und Männern zahlen müssen, die bei Banken ein Angebot für einen Kredit erhielten. Dazu wurden zahlreiche Kreditanfragen seitens des Portals ausgewertet. Das Ergebnis ist, dass Männer durchschnittlich einen Zins in Höhe von 3,6 Prozent angeboten bekommen. Bei Frauen hingegen beläuft sich der Durchschnittzinssatz mit 3,85 Prozent um 0,25 Prozent höher. Das bedeutet Mehrkosten in Höhe von durchschnittlich sieben Prozent.

Geringerer Verdienst bei Frauen als Grund für höhere Zinsen

Der Grund dafür, dass Frauen im Durchschnitt etwas höhere Kreditzinsen als Männer zahlen müssen, dürfte voraussichtlich im durchschnittlich geringeren Einkommen liegen. So fand das Verbraucherportal ebenfalls heraus, dass Kundinnen durchschnittlich fast 25 Prozent weniger an Einkommen als männliche Kreditsuchende erzielen. Anders ausgedrückt handelt es sich um eine Einkommenslücke von etwas mehr als 600 Euro. Das geringere Einkommen wiederum führt dazu, dass die Kreditinstitute das zu vergebende Darlehen als etwas riskanter einstufen, als es bei Männern mit deren durchschnittlich höherem Einkommen der Fall ist. Auch das ifo-Institut hat in der Vergangenheit mehrfach bestätigt, dass es tatsächlich nach wie vor so ist, dass hierzulande Frauen durchschnittlich weniger als Männer verdienen. 

Einkommensunterschied von fast 14 Prozent

Durchschnittlich beträgt der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern in einer Vollbeschäftigung fast 14 Prozent. Das bedeutet zwar auf der einen Seite, dass diese Einkommenslücke in den letzten zwei Jahrzehnten geringer geworden ist, aber im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern andererseits noch immer über dem Durchschnitt liegt. Bei Selbstständigen ist die Einkommenslücke sogar noch gravierender und kann teilweise mehr als 20 Prozent betragen. Ebenfalls fällt auf, dass die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen im Durchschnitt mit steigendem Alter weiter wächst. Erst im Rentenalter wird die Lücke wieder etwas geringer und beträgt zum Beispiel bei Männern und Frauen im Alter von mindestens 65 Jahren dann noch 16 Prozent. 

Was können Frauen bei der Kreditbeantragung tun? 

Um gegenüber der Bank dass bei Frauen tendenziell geringere Einkommen eventuell im Hinblick auf den angebotenen Zinssatz ausgleichen zu können, gibt es durchaus Möglichkeiten. Zum einen könnten verheiratete Frauen den Kredit zusammen mit ihrem Ehepartner aufnehmen. Zum anderen besteht eventuell der Möglichkeit, der Bank Sicherheiten anzubieten. In diesen Fällen dürfte sich das geringere Einkommen nicht mehr negativ auswirken, weil eben auf der anderen Seite durch die Sicherheit auch das Ausfallrisiko für den Kredit reduziert wird.

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