Inflationsrate überschreitet 7 Prozent - Auswirkungen auf Kredite

Aktuell ist die Inflationsrate in Deutschland auf einem so hohen Niveau, wie es zuletzt kurz nach der Wiedervereinigung Fall gewesen ist. Im März 2022 überstieg die Preissteigerungsrate sogar die Marke von sieben Prozent, was zahlreiche Verbraucher bereits deutlich beim Einkauf bemerken. Aber nicht nur im Alltag gibt es deutliche Auswirkungen der gestiegenen Inflationsrate, sondern ebenfalls im Finanzbereich, insbesondere bei Krediten.  

Kreditnehmer können von steigender Inflationsrate profitieren 

Wer bereits einen Kredit bedient, also monatliche Raten zahlt, kann sich im Grunde über eine steigende Inflationsrate freuen. Da das Geld in diesem Fall grundsätzlich einen geringeren Wert hat, findet auch bei Darlehen in gewisser Weise eine Entwertung statt. Das gilt immer dann, wenn die Preissteigerungsrate die Kreditkalkulation übertrifft. 

Der Grund besteht darin, dass die Inflationsrate von Kreditinstituten als wichtiger Maßstab genutzt wird, wenn es um den festzulegenden Zins bei Darlehen geht. Im Normalfall offerieren Banken ihren Kunden einen Zins, der höher als die Inflationsrate ist. Aufgrund der aktuell deutlich gestiegenen Inflation findet man jedoch immer häufiger die Situation vor, dass die zu zahlenden Kreditzinsen geringer als die Inflationsrate sind, sodass Ratenkredite einen negativen Realzins haben. 

Beispiel für einen negativen Realzins

Nehmen wir zur Verdeutlichung folgendes Beispiel an: Ein Kreditnehmer zahlt seit geraumer Zeit ein Darlehen mit einem Zinssatz von 3,5 Prozent zurück. Die aktuelle Inflationsrate liegt bei 7,2 Prozent. Auf dieser Grundlage handelt es sich momentan um einen Realzins in Höhe von minus 3,58 Prozent. Der negative Realzins führt nun dazu, dass der Darlehensnehmer vom momentan laufenden Kredit letztendlich mit weniger Geld zurückzahlen muss, als er bei Aufnahme des Darlehens erhalten hat. Der Grund ist, dass sich die Darlehenssumme durch die Inflation entwertet. 

Regel gilt nur für Kredite mit Festzins 

Von einer steigenden Inflationsrate profitieren allerdings nicht generell alle aktuellen Darlehensnehmer, sondern die zuvor genannte Regel gilt ausschließlich für Kredite mit einem Festzins. Handelt es sich hingegen um ein Darlehen mit variablen Zinsen, kann die Bank den Zinssatz jederzeit anpassen. In der aktuellen Phase wird sie das vermutlich tun, indem sie die variablen Darlehenszinsen entsprechend der gestiegenen Inflationsrate ebenfalls anhebt. 

Neuaufnahme von Krediten aktuell tendenziell teurer

Während sich also viele Kreditnehmer, die seit geraumer Zeit bereits ein Darlehen bedienen, über steigende Inflationsraten in dieser Hinsicht freuen können, stellt sich die Situation für solche Kreditsuchenden anders dar, die erst noch ein Darlehen aufnehmen möchten. In dem Fall beziehen die Kreditinstitute momentan die Inflationsrate besonders stark mit ein und werden natürlich kein Geld verleihen, bei dem die Zinserträge durch die gestiegene Inflationsrate verloren gehen würden. 

Das wiederum führt dazu, dass Kredite momentan tendenziell teurer werden, nicht nur Baukredite, sondern ebenfalls gewöhnliche Ratenkredite. Verbraucherberater empfehlen daher, dass Kunden bei einem neu aufzunehmenden Darlehen tendenziell möglichst kurze Laufzeiten wählen sollten. Bei längeren Laufzeiten ist für die Bank das Risiko nämlich höher, dass es in der nächsten Zeit zu wieder sinkenden Inflationsraten kommt und dann ein Anstieg der Realzinsen die Folge wäre.

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